Primiz

Korbinian ThielBerichte

Ein Fest des Glaubens für alle, in dessen Mittelpunkt Jesus Christus steht, hatte sich Thomas Belitzer für seine Primiz am Sonntag gewünscht. Und es wurde ein Fest des Glaubens unter einem strahlenden weiß-blauem Himmel. Zu Hunderten haben die Tachertinger, Emertshamer und Peterskirchner mit Thomas Belitzer gefeiert. Der 32 -Jährige war am 30. Juli im Dom zu Freising zum Priester geweiht worden.

Zahlreiche Menschen waren auf den Beinen, als sich der Festzug vom Dorfplatz in Richtung der Schule in Bewegung setzte. Zu den Gästen zählten zahlreiche Vereinsabordnungen, Freunde, Verwandte und Geistliche. Unter ihnen waren Pfarrer Tobias Rother aus Velden, Tachertings Pfarrer Hermann Schlicker, der ehemalige Tachertinger Pfarrer Peter Wallner, Pfarrer Fabian Tirler aus Südtirol, Pfarrer Ralf Peter aus Fieberbrunn, Pfarrer Martin Ringhof aus Ampfing, Pfarrer Herwig Hoffmann aus Unterstein, Dekan Martin Klein aus Teisendorf, Dekan Michael Bayer aus Erding und Domdekan Ulrich Fistill aus Brixen.

Tachertings Pfarrer Hermann Schlicker freute sich über die vielen Gäste und darüber, zusammen mit dem Primizianten “ein Glaubensfest” zu gestalten.

Pfarrer Tobias Rother verglich in seiner Predigt das Erlebnis eines Gottesdienstes mit der Fahrt in einem Ferrari. Er erntetet für seine Predigt spontanen Applaus.

Pfarrer Tobias Rother

 

Im Anschluss an den Gottesdienst bewegte sich ein langer, festlicher Primizzug, angeführt von den Emertshamer Bläsern, zahlreichen Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände und den Ministranten über die Bundesstraße zur neuen Turnhalle. Die Erstkommunionkinder begleiteten den Primizianten mit Girlanden zu beiden Seiten.

Festlicher Primizzug

Die Böllerschützen und die farbenprächtig gekleideten Mitglieder der Burschenschaft Aenania gaben dem Zug ein besonders festliches Gepräge.

Die große Turnhalle war von fleißigen Händen zu einem Festsaal umfunktioniert worden. Wunderschön geschmückt in den Farben gelb und weiß fanden circa 750 Personen Platz zu einem gemeinsamen Mittagessen, für das der Partyservice Mitterer gesorgt hatte. Dank vieler freiwilliger Helfer wurden die Primizgäste schnell und unkompliziert mit Getränken und Essen versorgt.

Der Tachertinger Kirchenpfleger, Peter Koj, eröffnete die Reihe der Ansprachen. Es sei anscheinend in Tacherting Tradition, dass ein ehemaliger Tachertinger Pfarrer ein Jubiläum bei der Primiz eines Tachertinger Neupriesters feiere. Bei der Primiz von Ludwig Westermeier 2007 habe Pfarrer Peter Wallner sein goldenes Priesterjubiläum begangen und diesmal dürfe er Pfarrer Herwig Hoffmann zu seinem silbernen Priesterjubiläum gratulieren. Auch Peter Koj griff das Bild der eingerüsteten Tachertinger Pfarrkirche auf, denn zu den Aufgaben eines Priesters gehöre es, Gerüste zu bauen, um Menschen erreichen zu können, die man auf den üblichen Wegen nicht antreffe. Auch die Eisenstangen, die das Gotteshaus zusammenhielten seien ein Symbol für den Priester, der auch für Zusammenhalt in der Gemeinde Sorge trage. Das Dach mit seinen starken Balken sei Zeichen dafür, dass ein Priester den Menschen am Rand Stärke und Stütze sein könne. Er wünschte Thomas Belitzer Gottes Segen auf seinem weiteren Weg.

Tachertinger Kirchenpfleger, Peter Koj

Der Vorsitzende das Pfarrgemeinderates Tacherting, Rudi Schenkl wünschte ebenfalls Glück und Segen. Die Pfarrgemeinde sei stolz und voller Dankbarkeit, dass einer aus ihren Reihen heute Primiz feiern könne. „Du hast deine Berufung angenommen und damit keinen leichten Weg gewählt. In der heutigen Gesellschaft, die sich von Gott wegbewegt, wirst du ein Brückenbauer sein“, sagte Rudi Schenkl dem Primizianten zu. Das Gebet aus der Gemeinde um Gottes Beistand werde dich weiter begleiten. Der priesterliche Dienst sei Gabe und Aufgabe zugleich und er wünsche deshalb im Namen des ganzen Pfarrverbandes einen tiefen Glauben, strahlende Hoffnung und brennende Liebe.

Bürgermeister Hans Hellmeier schloss sich den Glückwünschen seiner Vorredner an. Heute sei es doch eigentlich unmodern Priester zu werden, sagte Hellmeier: „Doch du Thomas hast trotzdem diese Herausforderung gewählt und heute dein Ziel erricht.“ Einen großen Respekt für diese Entscheidung und die Begeisterung und Freude der ganzen Gemeinde habe  er heute mit dabei. Bürgermeister Hellmeier dankte auch den vielen freiwilligen Helfern, die durch ihren enormen Einsatz das Gelingen des schönen Tages ermöglicht hätten.

Ein Höhepunkt des Nachmittags war die gesungene Gratulation der Kinder des Pfarrkindergartens St. Maria. Sie überreichten Thomas Belitzer Salz, Brot, Licht und einen Schatz und wiesen mit ihrem Lied darauf hin, dass sie, die Kinder der Gemeinde und damit eben Salz, Licht, Hefe und der Schatz der Gemeinde seien. Sie luden Thomas Belitzer zu sich in den Kindergarten ein. Eine charmante Einladung, die der Primiziant gerne annahm. Mit dem Lied „glücklich alle Zeit“ bei dem Thomas Belitzer mitmachen durfte verabschiedeten sich die kleinen, aber nicht unbedeutenden Gäste.

Gratulation der Kinder des Pfarrkindergartens St. Maria

Im Anschluss daran nutzte Thomas Belitzer die Gelegenheit um seinen großen Dank zu sagen. „Ich bin sicher, ich werde jemanden vergessen, aber Der Dank gilt allen, die heute hier sind und mein Leben begleitet haben.“ Allen voran dankte Thomas Belitzer seiner Familie. Nach einer kurzen Gedenkminute für seinen verstorbenen Vater Erwin Belitzer, war die erste Adressatin seines Dankes natürlich seine Mutter, Sonja, die die beste Mutter sei, die er sich vorstellen könne. Auch seiner Tante galt ein besonderer Dank. Seine beiden älteren Brüder, Florian und Werner hätten ihm alles beigebracht, was man wissen müsse, so wie eben nur ältere Brüder dies könnten. Von seiner Schwester Sonja sagte der Primiziant: „ Es ist einfach nur toll, eine große Schwester zu haben.“

Thomas Belitzer dankt seiner Mutter

Sein Freundeskreis sei seine „zweite Familie“ geworden. Seit der dritten Schulklasse habe man viel miteinander geteilt. Auch seinen Bundesbrüdern von der Studentenverbindung Aenania, den Seminaristen, den Pastoralassistentinnen und Assistenten, die inzwischen zu guten Freunden geworden seien und den beiden Mitbrüdern, Ferdinand Bergrab und Markus Nappert, die mit ihm gemeinsam die Priesterweihe erhalten hatten, dankte Thomas Belitzer für die letzten beiden sehr intensiven gemeinsamen Jahre.

Einen ganz großen Dank richtete Thomas Belitzer an das „Primiz-Organisations-Team“. Er dankte für die vielen Stunden, die zahlreiche Helfer aufgewendet hätten, um dieses Fest heute zu ermöglichen. Er wolle nur einer Person namentlich danken, Elisabeth Raitl, die die gesamte graphische Gestaltung übernommen hatte. Er finde vor allem seinen Primizspruch, „Mein Herr und mein Gott“ perfekt wiedergegeben in dem Bild, das Elisabeth Raitl von der Hand des Thomas und der Hand Jesu entworfen hatte.

Für die wunderbare Musik beim Gottesdienst dankte der Primiziant Rupert Schmidhuber und Gerti Schwoshuber mit dem Orchester und dem Chor. Auch für die musikalische Gestaltung der Vesper ging ein Dank an die Schola unter der Leitung von Ursula Stöckl.

Orchester und Chor

Seinen Dank richtete er auch an die politische Gemeinde, den Ortspfarrer Hermann Schlicker, die geistlichen Mitbrüder, die diesen Tag mit ihm gefeiert hätten und an die Tachertinger Ministranten, die Thomas Belitzer als seine erste geistliche Heimat bezeichnete. Die Minis hatten als Überraschung eine kleine Bilderreihe aus den gemeinsamen Zeiten vorbereitet und überreichten einen Kupferstich, gefunden auf dem Dachboden der Tachertinger Pfarrkirche, mit der Darstellung des letzten Abendmahls als Geschenk.

Ministranten überreichen Geschenk

Einen würdigen Abschluss fand der Tag dann um 17 Uhr in der festlichen geschmückten Pfarrkirche mit einer feierlichen Vesper.

Seine Kaplanstelle tritt Thomas Belitzer in St. Anna im Moosrain an. Zu diesem Pfarrverband gehören Moosinning, Ottenhofen und Neuching, insgesamt acht Pfarreien zwischen Erding und Markt Schwaben. In den letzen beiden Augustwochen wird Thomas Belitzer Urlaubsvertretung in Tacherting machen.

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